Drei Wochen Frankreich – Rückblick auf 3.550 Kilometer
Auf der Heimfahrt nach Zwickau haben wir unsere Reise noch einmal Revue passieren lassen. Kilometer für Kilometer lagen Metz, Vitré, Quiberon, die Bretagne, Orléans und das Elsass hinter uns – und aus vielen einzelnen Tagen wurde langsam ein Gesamtbild.
Rund 1.350 Kilometer waren es auf der Hinfahrt, etwa 500 Kilometer kamen bei unseren Ausflügen in der Bretagne zusammen und die Rückfahrt schlug noch einmal mit rund 1.700 Kilometern zu Buche. Am Ende standen damit ungefähr 3.550 Kilometer auf unserer Reisebilanz.
Die Strecke war lang, aber durch die verschiedenen Stationen sehr abwechslungsreich. Metz war unser erster Kontakt mit Frankreich, Vitré der passende Übergang in die Bretagne. Quiberon wurde anschließend für längere Zeit unser Ausgangspunkt am Atlantik. Von dort aus erkundeten wir unter anderem die Côte Sauvage, Étel, Saint-Cado, Vannes, Auray, Saint-Goustan, Carnac und Locmariaquer.
Die Bretagne war ohne Zweifel das Herzstück dieser drei Wochen. Wilde Küsten, kleine Häfen, wechselnde Gezeiten, historische Orte und die jahrtausendealten Steinreihen von Carnac sorgten dafür, dass kaum ein Tag dem anderen glich. Mal stand die Landschaft im Mittelpunkt, mal Geschichte und Kultur, mal einfach ein ruhiger Spaziergang mit Bella.
Mit Orléans änderte sich die Atmosphäre noch einmal. Statt Atlantik und bretonischer Küste rückten Stadtgeschichte und Jeanne d’Arc in den Vordergrund. Den Abschluss bildeten Colmar und die elsässischen Orte Eguisheim, Riquewihr und Sigolsheim – mit Fachwerkhäusern, Weinbergen und einer ganz anderen Seite Frankreichs.
Auch organisatorisch ziehen wir eine sehr positive Bilanz. Die langen Fahrten, unsere Unterkünfte und die geplanten Ausflüge haben funktioniert. Es gab keine größeren Probleme, keine unangenehmen Überraschungen und keinen Moment, an dem unsere Reise ernsthaft ins Wanken geriet.
Der Defekt unseres SUP-Boards war der einzige Wermutstropfen. Nach vielen gemeinsamen Touren hatte sich das Material großflächig gelöst, sodass eine weitere Nutzung nicht mehr infrage kam. Ärgerlich war das natürlich, aber im Rückblick blieb es die einzige wirkliche Panne in drei ansonsten rundum gelungenen Wochen.
Was bleibt, sind viele unterschiedliche Eindrücke: Kathedralen und Burgen, Atlantikwellen und Menhire, Hafenstädte und Fachwerkdörfer, lange Autofahrten und kleine Pausen zwischendurch. Bella war überall dabei und gehörte genauso selbstverständlich zu dieser Reise wie unsere Kameras, Tagesausflüge und immer neuen Wege.
Als wir schließlich wieder Zwickau erreichten, waren wir müde, aber vor allem zufrieden. Die Reise war lang, abwechslungsreich und erstaunlich problemlos. Frankreich hat uns erneut gezeigt, wie unterschiedlich seine Regionen sein können – und dass selbst 3.550 Kilometer am Ende vor allem aus vielen kleinen Erinnerungen bestehen.
Au revoir, Frankreich – wir kommen bestimmt wieder.
Bonne nuit et à demain!
Tag 18– Zwischen Reben und Fachwerk: Ein würdiger Abschluss unserer Rundreise
Unser letzter voller Urlaubstag in Frankreich hätte kaum schöner sein können. Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Wochen wollten wir unsere Reise ganz bewusst ruhig ausklingen lassen – dort, wo das Elsass wohl am ursprünglichsten ist: zwischen Weinbergen, mittelalterlichen Dörfern und regionalen Spezialitäten.
Unser erstes Ziel war Eguisheim, das regelmäßig zu den schönsten Dörfern Frankreichs gezählt wird. Schon beim Betreten der historischen Altstadt wurde schnell klar, warum. Anders als viele andere Orte ist Eguisheim kreisförmig um die ehemalige Burg der Grafen von Eguisheim angelegt. Die engen, ringförmig verlaufenden Gassen stammen noch aus dem Mittelalter und sind bis heute nahezu unverändert erhalten geblieben. Zwischen den bunt bemalten Fachwerkhäusern, blühenden Geranien und kleinen Brunnen fühlt man sich eher wie in einem Freilichtmuseum als in einem gewöhnlichen Dorf.
Gemächlich schlenderten wir durch die kleinen Straßen, ließen uns treiben und gönnten uns zwischendurch eine Pause. Natürlich durfte dabei auch etwas Süßes nicht fehlen: Frische Éclairs und ein leckerer Café au Lait waren genau das Richtige, um das französische Lebensgefühl noch einmal in vollen Zügen zu genießen. Bella war natürlich wie immer mit dabei und zog mit ihrer freundlichen Art so manchen neugierigen Blick auf sich.
Allerdings merkten wir schnell, dass wir mit diesem Eindruck nicht allein waren. Die schmalen Gassen waren bereits am Vormittag von zahlreichen Besuchergruppen gefüllt. Trotz des unbestreitbaren Charmes wirkte Eguisheim stellenweise fast schon wie eine Kulisse für den Tourismus. Das tat der Schönheit des Ortes zwar keinen Abbruch, dennoch fehlte uns hier ein wenig die Ruhe und Ursprünglichkeit, die wir in den kleinen mittelalterlichen Städten und Dörfern der Bretagne so sehr geschätzt hatten.
Anschließend führte uns der Weg nach Sigolsheim. Ausgangspunkt unserer kleinen Weinwanderung war die Nécropole Nationale de Sigolsheim, ein bewegender Erinnerungsort oberhalb der Weinberge. Hier ruhen mehr als 1.500 französische Soldaten, die während der Kämpfe um die sogenannte Colmar-Tasche im Winter 1944/45 ihr Leben verloren. Der Soldatenfriedhof erinnert bis heute an die heftigen Gefechte, die zur Befreiung des Elsass beitrugen.
Von diesem geschichtsträchtigen Ort aus starteten wir zu einer kleinen Wanderung durch die Weinberge. Schon nach wenigen Minuten wechselte die Stimmung vollkommen. Statt Geschichte und Gedenken begleiteten uns nun endlose Rebzeilen, das Zirpen der Grillen und immer wieder fantastische Ausblicke über die Rheinebene bis hin zu den Vogesen. Es war genau die Ruhe, die wir nach den vielen Städten unserer Rundreise noch einmal erleben wollten. Rund 45 Minuten führte unser Weg durch die Weinberge – für uns einer der landschaftlichen Höhepunkte unseres Aufenthalts im Elsass.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich Riquewihr, einen der berühmtesten Weinorte Frankreichs. Hinter den mittelalterlichen Stadtmauern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die prächtigen Winzerhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert erzählen vom Wohlstand, den der Weinbau über viele Jahrhunderte in die Region brachte. Noch heute gilt Riquewihr als einer der bedeutendsten Orte an der Elsässer Weinstraße und ist vor allem für seine hervorragenden Rieslinge und Gewürztraminer bekannt.
Gleichzeitig war hier der Besucherandrang noch einmal deutlich größer als in Eguisheim. Die engen Gassen waren dicht gefüllt mit Reisegruppen und Ausflugsgästen, sodass der Ort zeitweise fast schon etwas überinszeniert wirkte. So beeindruckend Riquewihr auch ist – für unser persönliches Empfinden konnten die beiden Elsässer Weinorte nicht ganz mit den kleinen mittelalterlichen Städten und Dörfern der Bretagne mithalten. Dort fühlten sich viele Orte authentischer, ruhiger und ursprünglicher an.
Natürlich durfte auch hier eine kleine kulinarische Pause nicht fehlen. In einer der kleinen Bäckereien gönnten wir uns eine ofenfrisch überbackene elsässische Bretzel – herzhaft belegt, ganz im Stil eines Flammkuchens, mit cremigem Ziegenkäse überbacken. Außen herrlich knusprig, innen wunderbar weich – eine regionale Spezialität, der wir einfach nicht widerstehen konnten. Dazu durfte für Lara noch ein Crêpe nicht fehlen, bevor wir weiter durch die malerischen Gassen schlenderten.
Was wäre ein Besuch in Riquewihr ohne Wein? Deshalb besuchten wir noch das traditionsreiche Weingut Dopff au Moulin. Bei einer kleinen Verkostung lernten wir verschiedene typische Elsässer Weine kennen – vom frischen Riesling bis zum aromatischen Gewürztraminer. Einige Flaschen fanden schließlich den Weg in unseren Kofferraum und werden uns zu Hause sicherlich noch lange an diese wunderschöne Region erinnern.
Am Abend kehrten wir nach Colmar zurück. Den Abschluss unserer Reise verbrachten wir in der traditionsreichen Weinstube La Petite Alsace. Das gemütliche, rustikal eingerichtete Restaurant versprüht genau den Charme, den man sich von einer klassischen elsässischen Winstub wünscht. Bei regionalen Spezialitäten und einem guten Glas Elsässer Wein ließen wir die vergangenen Wochen noch einmal Revue passieren. In der entspannten Atmosphäre wurde uns bewusst, wie vielfältig und genussvoll unsere Frankreichreise gewesen ist. Einen schöneren Abschluss hätten wir uns kaum wünschen können.
Mit diesem Tag endet nun unsere rund dreiwöchige Rundreise durch Frankreich. Von der geschichtsträchtigen Stadt Metz über die Bretagne mit ihren rauen Küsten, malerischen Hafenorten und endlosen Stränden, weiter entlang der Loire bis in das zauberhafte Elsass – jede Region hatte ihren ganz eigenen Charakter und ihre ganz besonderen Höhepunkte.
Frankreich hat uns einmal mehr begeistert: mit seiner landschaftlichen Vielfalt, seiner bewegten Geschichte, seiner Gastfreundschaft und natürlich seiner hervorragenden Küche. Viele Erinnerungen, unzählige Fotos und zahlreiche schöne Momente begleiten uns nun auf dem Heimweg. Auch Bella hat die Reise wieder mit Bravour gemeistert und war überall ein treuer Begleiter.
Wenn wir auf die vergangenen drei Wochen zurückblicken, nehmen wir weit mehr mit als nur schöne Fotos. Es sind die Begegnungen, die kleinen Genussmomente, die beeindruckenden Landschaften und die unzähligen Eindrücke, die diese Reise so besonders gemacht haben. Frankreich hat uns einmal mehr gezeigt, wie abwechslungsreich und liebenswert dieses Land ist – und wie viel es noch zu entdecken gibt.
Doch eines ist schon jetzt sicher: Das war ganz bestimmt nicht unsere letzte Frankreichreise. Frankreich – wir kommen wieder!
Bonne nuit et à demain!
Tag 17 - Colmar: Fachwerk, Kanäle und ein Hauch von Amerika
Nach unserem ruhigen Ankunftstag waren wir nun endlich bereit, Colmar richtig kennenzulernen. Schon beim ersten Blick am Vorabend hatten wir gespürt, dass diese Stadt etwas Besonderes sein musste. Doch was uns an diesem Tag erwartete, übertraf unsere Erwartungen deutlich.
Mit rund 70 Höhenmetern und gut 7 Kilometern führte uns unsere Stadtwanderung einmal quer durch die historische Altstadt – vorbei an nahezu allen bekannten Sehenswürdigkeiten Colmars.
Vom Hotel aus ging es zunächst über den Champ de Mars, die grüne Parkanlage der Stadt. Von dort liefen wir weiter in Richtung Unterlinden-Museum, das in einem ehemaligen Dominikanerinnenkloster aus dem 13. Jahrhundert untergebracht ist. Es zählt zu den bedeutendsten Kunstmuseen Frankreichs und beherbergt mit dem berühmten Isenheimer Altar eines der wichtigsten Werke der europäischen Kunstgeschichte.
Schon nach wenigen Minuten wurde deutlich, warum Colmar oft als eine der schönsten Städte Frankreichs bezeichnet wird. Kaum eine andere Stadt besitzt eine derart geschlossene historische Altstadt. Fachwerkhaus reiht sich an Fachwerkhaus, dazwischen kleine Plätze, enge Gassen und kunstvoll verzierte Fassaden. Über Jahrhunderte hinweg blieb das Stadtbild nahezu vollständig erhalten. Während viele europäische Altstädte im Zweiten Weltkrieg schwere Zerstörungen erlitten, blieb Colmar vergleichsweise verschont. Heute stehen mehr als tausend historische Gebäude unter Denkmalschutz.
Unser Weg führte uns weiter zur Maison des Têtes, deren Fassade mit über hundert steinernen Köpfen geschmückt ist. Wenige Schritte später erreichten wir die berühmte Maison Pfister, eines der Wahrzeichen Colmars. Das reich verzierte Renaissancehaus aus dem Jahr 1537 verbindet mittelalterliche Fachwerkbauweise mit italienischen Renaissanceelementen und gehört zu den meistfotografierten Gebäuden der Stadt.
Anschließend schlenderten wir durch die Rue des Marchands, die historische Handelsstraße Colmars. Bereits im Mittelalter befanden sich hier die Häuser wohlhabender Kaufleute, deren Reichtum auf dem Weinhandel beruhte. Noch heute vermitteln die prachtvollen Gebäude einen Eindruck davon, welche Bedeutung Colmar damals besaß.
Natürlich durfte auch die mächtige Stiftskirche Saint-Martin nicht fehlen. Obwohl sie häufig als Kathedrale bezeichnet wird, war sie nie Bischofssitz. Mit ihrem roten Vogesensandstein prägt sie dennoch bis heute das Stadtbild und zählt zu den bedeutendsten gotischen Kirchen des Elsass.
Von dort führte unser Weg zum historischen Koïfhus, dem Alten Zollhaus. Hier wurden früher die Waren der Händler kontrolliert und verzollt – ein sichtbares Zeichen dafür, welche wirtschaftliche Bedeutung Colmar bereits im Mittelalter besaß.
Ein weiteres Ziel war die historische Markthalle (Marché Couvert). Sie wurde 1865 eröffnet und ist bis heute ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Zwischen regionalem Käse, frischem Obst, elsässischen Spezialitäten und Wein herrscht eine Atmosphäre, die typisch für französische Markthallen ist.
Der wohl bekannteste Teil Colmars wartete jedoch erst noch auf uns: Petite Venise.
Die schmalen Kanäle, über die sich kleine Brücken spannen, die bunt gestrichenen Fachwerkhäuser und die üppigen Blumen machten schnell verständlich, warum dieses Viertel weltweit als Postkartenmotiv bekannt ist. Besonders reizvoll war unsere Fahrt mit dem kleinen Ausflugsboot. Langsam glitten wir über die Lauch, während unser Bootsführer Wissenswertes über die Geschichte des ehemaligen Fischer- und Gerberviertels erzählte. Vom Wasser aus eröffnete sich noch einmal ein völlig neuer Blick auf die historischen Häuser, deren Fassaden sich in den Kanälen spiegelten.
Je länger wir durch Colmar liefen, desto mehr staunten wir über die unglaubliche Dichte an historischen Gebäuden. Nahezu jede Straße wirkte wie ein Freilichtmuseum. Hinter jeder Ecke entdeckten wir neue Fachwerkhäuser, kunstvolle Erker, bunte Fensterläden und liebevoll geschmückte Fassaden. Diese Intensität hatten wir auf unserer gesamten Frankreich-Rundreise bisher nirgendwo erlebt.
Allerdings hatte diese Schönheit auch ihren Preis. Colmar war mit Abstand die touristisch am stärksten besuchte Stadt unserer Reise. Während wir in Vitré oder Vannes noch gemütlich durch die Altstädte schlendern konnten, teilten wir uns die Gassen Colmars mit unzähligen Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt. Das überrascht kaum: Die Stadt zählt rund 3,5 Millionen Besucher pro Jahr. Im Jahresdurchschnitt entspricht das knapp 9.600 Gästen pro Tag, in den Sommermonaten und zur Weihnachtszeit liegen die Zahlen jedoch deutlich höher. Vannes und Vitré sind zwar ebenfalls beliebte Reiseziele in der Bretagne, erreichen aber bei Weitem nicht diese Besucherströme.
Zum Abschluss unseres Tages stiegen wir noch einmal ins Auto. Unser Ziel lag etwas außerhalb des Zentrums und überraschte uns zunächst: die Freiheitsstatue von Colmar.
Tatsächlich besteht zwischen Colmar und der berühmtesten Statue der Welt eine enge Verbindung. Der Bildhauer Frédéric Auguste Bartholdi, der die Freiheitsstatue in New York entwarf, wurde 1834 in Colmar geboren. Anlässlich seines 100. Todestages wurde am nördlichen Stadteingang eine rund zwölf Meter hohe Nachbildung der Freiheitsstatue errichtet. Sie erinnert an den wohl berühmtesten Sohn der Stadt und daran, dass eines der bekanntesten Wahrzeichen der Welt seinen Ursprung im Elsass hat.
Mit vielen neuen Eindrücken, hunderten Fotos auf der Speicherkarte und jeder Menge Begeisterung kehrten wir schließlich ins Hotel zurück. Colmar hatte uns tief beeindruckt – nicht nur wegen seiner Schönheit, sondern vor allem wegen seiner außergewöhnlich gut erhaltenen historischen Altstadt. Trotz der vielen Besucher war dieser Tag zweifellos einer der Höhepunkte unserer Frankreich-Rundreise.
Bonne nuit et à demain!
Tag 16 - Von der Loire ins Elsass: Auf dem Weg nach Colmar
Nach einem guten Frühstück im Mercure Orléans Centre Bords de Loire hieß es für uns schon wieder Abschied nehmen von der Loire. Vor uns lag die letzte Etappe unserer Frankreich-Rundreise – unser Ziel: Colmar im Elsass.
Die Strecke bis zu unserem Hotel, dem Odalys City Colmar La Rose d'Argent, betrug rund 590 Kilometer. Je nach Verkehr benötigt man dafür knapp sechs Stunden Fahrzeit. Glücklicherweise zeigte sich der französische Autobahnverkehr erneut von seiner entspannten Seite. Lange Staus blieben aus und so vergingen die Kilometer halbwegs erträglich.
Je näher wir dem Elsass kamen, desto mehr veränderte sich die Landschaft. Die weiten Ebenen der Loire verschwanden allmählich und machten sanften Hügeln, Weinbergen und den ersten Ausläufern der Vogesen Platz.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich unser Hotel. Nach dem Einchecken zog es uns trotz der langen Fahrt noch einmal hinaus. Viel wollten wir an diesem Tag allerdings nicht mehr unternehmen. Unser einziges Ziel war die Marché Couvert, die historische Markthalle von Colmar. Dort deckten wir uns mit allem ein, was wir für ein gemütliches Abendbrot brauchten – frisches Baguette, Käse und ein paar regionale Kleinigkeiten durften natürlich nicht fehlen.
Auf dem kurzen Weg durch die Altstadt bekamen wir bereits einen ersten Eindruck von Colmar. Die liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser, die bunt geschmückten Fassaden und die engen Gassen versprühten sofort eine besondere Atmosphäre. Trotzdem merkten wir allen die vergangenen Reisetage an. Nach den langen Fahrten der letzten Woche war die Energie für ausgedehnte Erkundungen einfach aufgebraucht.
So wurde dieser Abend ganz bewusst ruhig. Zurück im Hotel ließen wir den Tag bei einem einfachen Abendbrot ausklingen, schalteten zur Abwechslung sogar einmal deutsches Fernsehen ein und genossen einfach die Ruhe.
Denn eines war uns schon jetzt klar: Colmar würden wir in den nächsten Tagen ganz in Ruhe entdecken. Die malerische Altstadt, die Weinberge der Elsässer Weinstraße und die vielen kleinen Dörfer warteten bereits auf uns.
Bonne nuit et à demain!
Tag 15 – Von der Bretagne an die Loire: Zu Besuch in Orléans
Pünktlich um 8:30 Uhr hieß es heute Abschied nehmen. Nach fast zwei wunderbaren Wochen an der bretonischen Atlantikküste führte uns unsere Reise rund 550 Kilometer gen Osten nach Orléans, der historischen Hauptstadt der Region Centre-Val de Loire.
Die Fahrt verlief angenehm entspannt und gegen 14:00 Uhr erreichten wir unser Hotel direkt an der Loire. Nach dem Einchecken ging es auf Entdeckungstour. Zumindest theoretisch. Denn Bella hatte wie immer ihre ganz eigene Prioritätenliste: Sobald Wasser in Sicht ist, führt der erste Weg schnurstracks hinein. Also hieß es zunächst eine ausgiebige Schwimmrunde in der Loire und eine erfrischende Abkühlung – inzwischen ein festes Ritual auf jeder Etappe unserer Reise. Erst danach starteten wir gemeinsam unseren Stadtrundgang.
Unsere rund 5,7 Kilometer lange Komoot-Runde begann direkt am Loireufer. Von dort führte uns der Weg über die historische Pont George V, deren Ursprünge bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Die Brücke verbindet die beiden Ufer der Loire und eröffnet einen wunderschönen Blick auf die Altstadt.
Anschließend schlenderten wir durch das historische Zentrum bis zur Place du Martroi, dem größten Platz der Stadt. Mittelpunkt ist das imposante Reiterstandbild von Jeanne d'Arc (Johanna von Orléans), der Nationalheldin Frankreichs. Im Jahr 1429 befreite sie Orléans von der englischen Belagerung und leitete damit einen entscheidenden Wendepunkt im Hundertjährigen Krieg ein. Bis heute ist ihre Geschichte überall in der Stadt präsent.
Über die beeindruckende Rue Jeanne d'Arc, die wie mit dem Lineal gezogen direkt auf die Kathedrale Sainte-Croix zuläuft, erreichten wir schließlich das Wahrzeichen der Stadt. Die imposante gotische Kathedrale mit ihren über 80 Meter hohen Türmen gehört zu den bedeutendsten Kirchen Frankreichs. Besonders beeindruckend sind die farbenprächtigen Glasfenster, die das Leben Jeanne d'Arcs erzählen. Nach dem Sieg über die Engländer nahm sie hier an einer Dankmesse teil – ein Ereignis, das bis heute eng mit der Geschichte der Stadt verbunden ist.
Nur wenige Schritte von der Kathedrale entfernt schauten wir auch an der Maison de Jeanne d'Arc vorbei. Das heutige Gebäude ist eine originalgetreue Rekonstruktion des Hauses, in dem Jeanne d'Arc im Frühjahr 1429 während der Belagerung von Orléans wohnte. Hier war sie bei Jacques Boucher, dem Schatzmeister des Herzogs von Orléans, untergebracht. Von diesem Haus aus bereitete sie gemeinsam mit den französischen Truppen die entscheidenden Angriffe gegen die Engländer vor. Das ursprüngliche Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, später aber originalgetreu wieder aufgebaut. Heute erinnert das kleine Museum an die junge Frau, die mit gerade einmal 17 Jahren zur Symbolfigur des französischen Freiheitskampfes wurde und bis heute als Nationalheldin verehrt wird.
Danach ließen wir uns einfach treiben und erkundeten die kleinen Gassen rund um die Kathedrale. Liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser, gemütliche Cafés, kleine Boutiquen und versteckte Plätze verleihen Orléans einen ganz besonderen Charme. Obwohl die Stadt oft nur als Zwischenstopp auf dem Weg ins Loiretal wahrgenommen wird, hat sie uns mit ihrer Mischung aus Geschichte, lebendiger Altstadt und entspannter Atmosphäre wirklich überrascht.
Orléans blickt auf eine über 2.000-jährige Geschichte zurück. Bereits die Römer gründeten hier eine Siedlung an der Loire, die sich später zu einem bedeutenden Handelszentrum entwickelte. Heute gilt die Stadt als Tor zum berühmten Loiretal mit seinen zahlreichen Schlössern und verbindet auf beeindruckende Weise Geschichte und modernes französisches Lebensgefühl.
Am Abend kehrten wir in unser Hotel zurück und ließen den Tag bei einem leckeren französischen Abendessen gemütlich ausklingen. Nach der langen Fahrt und den vielen neuen Eindrücken freuten wir uns schließlich einfach nur noch auf ein bequemes Bett.
Morgen wartet bereits die nächste Etappe auf uns: Rund 600 Kilometer geht es weiter gen Osten in den Elsass, nach Colmar. Dort werden wir noch einmal drei Nächte verbringen und freuen uns auf verwinkelte Gassen, buntes Fachwerk, romantische Kanäle und viele elsässische Spezialitäten. Von dort melden wir uns natürlich wieder mit neuen Eindrücken.
Bonne nuit et à demain!
Tag 14 – Abschied von der Bretagne
Unser letzter Urlaubstag auf der Halbinsel Quiberon begann genauso entspannt, wie wir dies die letzten Tage hier immer gelebt haaben. Nach einem gemütlichen Frühstück startete Grit und Monique mit einer Yoga-Einheit in den Tag, während wir anschließend noch gemeinsam auf der Terrasse unserer Lodge die angenehme Morgenstimmung genossen. Später nutzen wir den Pool noch einmal intensiv.
Am Nachmittag zog es uns ein letzztes Mal an unsere Lieblingsbucht. Bei Ebbe zeigte sie sich noch einmal von ihrer schönsten Seite: goldener Sand, freigelegte Felsen und das türkis schimmernde Wasser des Atlantiks. Natürlich durfte auch das letzte Bad nicht fehlen. Bei rund 19 Grad Wassertemperatur war die Abkühlung zwar erfrischend, aber inzwischen hatten wir uns längst daran gewöhnt.
Auch das Wetter meinte es zum Abschied gut mit uns. Mit etwa 28 Grad und einem angenehmen Wind vom Atlantik war es deutlich angenehmer als an den heißen Tagen zuvor – perfektes Sommerwetter für einen entspannten Strandnachmittag.
Zurück auf dem Campingplatz wartete dann allerdings die weniger schöne Seite des Reisens: Koffer packen, das Wohnmobil vorbereiten und alles für die Weiterfahrt verstauen. Langsam wurde uns bewusst, dass unsere Zeit an der bretonischen Küste nun wirklich zu Ende ging.
Zum Abschluss gönnten wir uns noch ein letztes Glas Rosé am Strand vor unserem Camp. Der Wind wurde am Abend deutlich stürmiger - als wenn er uns auf unserer Reise weiter schicken würde. Das Abschlussgetränk gab es im Club House beim Finale der Fußball WM.
Quiberon und die südliche Bretagne hat uns mit seiner wilden Küste, den kleinen Häfen, den Märkten, den Stränden und der entspannten Lebensart begeistert – ein Ort, an den wir ganz bestimmt noch einmal zurückkehren werden.
Morgen heißt es bereits um 8:30 Uhr Abschied nehmen. Unsere Reise führt uns weiter nach Orléans, von wo wir uns natürlich wieder mit neuen Eindrücken melden werden.
Bonne nuit et à demain!
Tag 13 – Ein entspannter Abschied von Quiberon
Langsam merken wir, dass sich unsere Zeit auf der Halbinsel Quiberon dem Ende zuneigt. Deshalb ließen wir den Tag ganz bewusst ruhig angehen. Nach einem gemütlichen Frühstück verbrachten wir den Vormittag entspannt auf der Terrasse unserer Lodge, genossen die Sonne und ließen einfach einmal die Seele baumeln.
Da jeden Samstag Markttag in Quiberon ist, nutzten wir die Gelegenheit für einen letzten Bummel durch den Ort. Zwischen den Ständen mit frischem Obst und Gemüse, Käse, regionalen Spezialitäten und bretonischem Kunsthandwerk herrschte reges Treiben. Anschließend schlenderten wir noch einmal durch die kleinen Geschäfte der Innenstadt. Irgendwie hatte dieser Spaziergang schon ein wenig Abschiedscharakter – man schaut noch einmal genauer hin und nimmt die besondere Atmosphäre ganz bewusst in sich auf.
Am Nachmittag zog es uns natürlich noch einmal an den Strand direkt vorm Camp. Bei ruhiger See durfte auch das Stand-up-Paddle-Board ein letztes Mal aufs Wasser. Gemächlich paddelten wir über den Atlantik und genossen den Blick auf die Felsen und die Küste aus einer ganz anderen Perspektive.
Zurück im Camp wartete das perfekte Nachmittagsprogramm: frische Crêpes und ein guter Kaffee an der Poolbar, anschließend noch eine Runde im Pool - bei 30 Grad Wassertemperatur. Manchmal sind es genau diese kleinen Momente, die einen Urlaub so besonders machen.
Den kulinarischen Abschluss des Tages bildete das Restaurant Le Vivier, das spektakulär direkt an den Klippen der Côte Sauvage liegt. Seit vielen Jahren ist das Haus für fangfrischen Fisch, Meeresfrüchte und Austern aus der Region bekannt. Von der Terrasse eröffnet sich ein weiter Blick über den Atlantik bis nach Belle-Île-en-Mer – besonders in den Abendstunden ein Ort, an dem gutes Essen und die beeindruckende Landschaft perfekt zusammenpassen.
Nach dem Abendessen spazierten wir noch ein Stück entlang der Klippen und beobachteten den Sonnenuntergang über dem Atlantik. Das warme Licht, das Rauschen der Wellen und die frische Meeresluft sorgten noch einmal für einen dieser typischen Bretagne-Momente, die man am liebsten festhalten möchte.
Zurück in der Lodge ließen wir den Abend schließlich mit dem Spiel um Platz drei der Herren-Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Frankreich und England ausklingen. Ein ruhiger, entspannter Urlaubstag – genau richtig, um die vielen Eindrücke der vergangenen zwei Wochen noch einmal Revue passieren zu lassen und langsam Abschied von Quiberon zu nehmen.
Bonne nuit et à demain!
Tag 12 – Ein Inseltraum namens Hoëdic
Nach den eher ruhigen Stunden des Vortages stand heute wieder ein besonderes Abenteuer auf dem Programm. Für Grit und Bella war allerdings schnell klar, dass sie diesen Ausflug auslassen würden. Die angekündigte Wärme, die rund einstündige Fährüberfahrt und die insgesamt lange Tagestour wären für Bella einfach zu anstrengend gewesen. Also machten es sich die beiden gemütlich auf dem Campingplatz und genossen einen entspannten Tag, während Lara, Fritz, Monique, Mike und ich uns auf den Weg zur kleinen Atlantikinsel Hoëdic machten.
Bereits die Überfahrt war ein Erlebnis für sich. Rund eine Stunde ging es mit der Fähre hinaus auf den Atlantik. Je weiter wir uns von der Halbinsel Quiberon entfernten, desto kleiner wurde das Festland am Horizont und desto mehr stellte sich dieses besondere Gefühl ein, wirklich auf dem Weg zu einer Insel zu sein, die vom Meer geprägt wird.
Hoëdic liegt nur wenige Kilometer von ihrer größeren Schwesterinsel Houat entfernt und zählt gerade einmal rund 120 Einwohner. Auf gerade einmal zwei Quadratkilometern Fläche gibt es kaum Autoverkehr, dafür aber eine beeindruckende Natur, endlose Küstenblicke und eine wohltuende Ruhe. Die kleine Granitinsel war bereits in der Steinzeit besiedelt. Archäologische Funde wie Dolmen, Menhire und ein über 7.000 Jahre altes mesolithisches Gräberfeld belegen, dass Menschen hier schon lange vor unserer Zeit lebten. Im Laufe der Jahrhunderte spielte Hoëdic außerdem eine wichtige Rolle bei der Sicherung der bretonischen Küste, wovon heute noch das Fort Louis-Philippe und weitere historische Befestigungen zeugen.
Direkt nach der Ankunft schnürten wir die Wanderschuhe und machten uns auf den rund elf Kilometer langen Rundweg um die gesamte Insel. Schnell wurde klar, warum Hoëdic oft als eine der ursprünglichsten Inseln der Bretagne beschrieben wird. Statt großer Orte oder touristischer Attraktionen bestimmen Heideflächen, niedrige Sträucher, felsige Küsten und immer wieder traumhafte Sandbuchten das Landschaftsbild. Hinter jeder Wegbiegung eröffnete sich ein neuer Blick auf den tiefblauen Atlantik.
Zur Mittagszeit fanden wir ein schattiges Plätzchen für unser Picknick – Schatten ist auf einer fast baumlosen Insel schließlich keine Selbstverständlichkeit. Mit Blick aufs Meer schmeckte das einfache Baguette fast wie ein Gourmet-Menü.
Natürlich durfte auch eine Abkühlung nicht fehlen. In einer kleinen, geschützten Bucht, deren türkisfarbenes Wasser eher an die Karibik als an den Atlantik erinnerte, sprangen wir ins Meer. Das glasklare Wasser, der helle Sand und die völlige Ruhe machten diesen Moment zu einem der schönsten unseres Bretagne-Urlaubs. Man hätte beinahe vergessen können, dass wir uns nur wenige Kilometer vor der französischen Küste befanden.
Auf unserem weiteren Weg entdeckten wir immer wieder kleine Details, die Hoëdic so besonders machen: historische Steinmauern, blühende Küstenpflanzen, alte Fischerpfade und zahlreiche Seevögel, die hier ungestört ihre Kreise ziehen. Anders als viele bekannte Ferieninseln wirkt Hoëdic angenehm entschleunigt. Es gibt keine großen Hotelanlagen, keine Strandpromenaden und keinen Massentourismus – stattdessen bestimmt die Natur den Rhythmus des Tages.
Zum Abschluss unseres Inselrundgangs schlenderten wir noch durch das kleine Dorf Hoëdic. Mit seinen weiß getünchten Häusern, den blauen Fensterläden, den schmalen Gassen und dem kleinen Hafen strahlt der Ort genau den Charme aus, den man sich von einem bretonischen Fischerdorf erhofft. Hier scheint die Zeit ein wenig langsamer zu vergehen, und genau das macht den Reiz aus.
Als wir am Abend wieder auf der Fähre zurück nach Quiberon standen, waren die Beine zwar müde, aber wir waren uns einig: Hoëdic gehört zu den schönsten Ausflugszielen, die wir während unseres Bretagne-Urlaubs entdeckt haben. Wer die Ruhe sucht, gerne wandert und ursprüngliche Natur liebt, findet hier ein kleines Paradies mitten im Atlantik.
Zurück im Camp warteten Grit und Bella bereits auf uns. Beide hatten ihren entspannten Camp-Tag sichtlich genossen – und beim gemeinsamen Abendessen wurden dann natürlich die Erlebnisse des Tages ausgetauscht. So hatte am Ende jeder seinen perfekten Urlaubstag erlebt.
Bonne nuit et à demain!
Tag 11 – Einfach mal die Seele baumeln lassen
Nach den vielen Erlebnissen der letzten Tage war heute einer dieser Urlaubstage, an denen man sich morgens anschaut und beschließt: Heute muss gar nichts. Und genau das haben wir gemacht.
Nach einem entspannten Frühstück machten sich Grit, Monique und Lara auf den Weg zu einer einstündigen Yoga-Einheit. Während die beiden den Tag mit Bewegung und Entspannung begannen, nutzte Mario die ruhige Zeit, um die mittlerweile doch beachtliche Menge an Urlaubsfotos zu bearbeiten. So langsam füllt sich die Festplatte genauso schnell wie die Speicherkarten – aber bei dieser Landschaft fällt es auch schwer, die Kamera einmal in der Tasche zu lassen.
Bella hatte ihren ganz eigenen Plan. Sie machte es sich auf unserer Terrasse gemütlich und verschlief den Vormittag mit einer beneidenswerten Gelassenheit. Ehrlich gesagt wirkt sie inzwischen fast wie eine waschechte Bretonin – Hauptsache entspannt und immer dort, wo gerade ein schattiges Plätzchen frei ist.
Nach dem Mittag zog es uns dann zum Stran direkt unterhalb des Camps. Es war Ebbe, kaum ein Lüftchen wehte über das Wasser und die Bucht lag spiegelglatt vor uns.
Bessere Bedingungen hätten wir uns für unsere Premiere auf dem Stand-up-Paddle-Board kaum wünschen können. Also wurde das SUP aufgepumpt und zum ersten Mal in diesem Urlaub ging es hinaus aufs Wasser. Ganz ohne Zeitdruck paddelten wir gemütlich über die ruhige Bucht, genossen die Aussicht auf die Küste und stellten einmal mehr fest, wie unterschiedlich die Bretagne je nach Wetter und Gezeiten wirken kann. Während an manchen Tagen Wind und Wellen das Bild bestimmen, präsentierte sich heute alles fast schon mediterran.
Viel mehr ist tatsächlich tagsüber gar nicht passiert. Und genau das war das Schöne daran. Zwischen Ausflügen nach Vannes, Auray, Saint-Cado oder auf die Halbinsel Quiberon braucht es eben auch solche Tage, an denen man einfach nur Urlaub macht. Keine To-do-Liste, keine Sehenswürdigkeit, die man unbedingt noch sehen muss – nur Sonne, Meer, ein bisschen Bewegung, ganz viel Entspannung und das gute Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.
Ein kleines Highlight wartete dann aber doch noch auf uns. Am Abend ging es ins Club House unseres Campingplatzes. Dort fand im Rahmen der Konzertreihe „Plage Sauvage“ ein weiteres kostenloses Live-Konzert statt. Auf der Bühne standen zunächst Vera Daisies aus Großbritannien mit eingängigem Indie-Rock, bevor anschließend TVOD aus New York mit ihrem energiegeladenen Post-Punk für ordentlich Stimmung sorgten. Beeindruckend, welche Bands der Campingplatz hier direkt ans Meer holt – und das ganz entspannt, ohne große Festivalhektik.
Mit einem kühlen Getränk in der Hand, guter Musik auf der Bühne und der salzigen Atlantikluft in der Nase ließen wir den Abend ausklingen. Genau diese Mischung macht unseren Urlaub in der Bretagne aus: Mal sind es spektakuläre Küsten, historische Städte oder Wanderungen – und manchmal reicht einfach ein entspannter Strandtag mit einem richtig guten Konzert am Abend.
Bonne nuit et à demain!
Tag 10 – Vannes, das mittelalterliche Herz der Bretagne
Nach vielen Tagen zwischen Stränden, Steilküsten und kleinen Fischerdörfern zog es uns heute einmal ins Landesinnere. Rund eine Stunde fuhren wir von Quiberon nach Vannes, einer der schönsten und geschichtsträchtigsten Städte der Bretagne. Mit knapp 55.000 Einwohnern ist sie die Hauptstadt des Départements Morbihan und gilt als Tor zum berühmten Golf von Morbihan, einem der schönsten Naturhäfen Europas.
Vom Parkhaus aus tauchten wir direkt in die mittelalterliche Altstadt ein. Hinter den historischen Mauern erwartete uns ein Labyrinth aus schmalen Kopfsteinpflastergassen, schiefen Fachwerkhäusern, kleinen Boutiquen und gemütlichen Cafés. Viele der Häuser stammen noch aus dem 15. und 16. Jahrhundert und verleihen Vannes seinen unverwechselbaren Charakter. Die Stadt war einst Residenz der Herzöge der Bretagne und gehörte über Jahrhunderte zu den wichtigsten Handels- und Verwaltungszentren der Region.
Unser Rundgang führte zunächst durch die verwinkelten Altstadtgassen bis zur imposanten Kathedrale Saint-Pierre. An dieser Stelle wurde bereits im 5. Jahrhundert eine Kirche errichtet, die heutige Kathedrale entstand über mehrere Jahrhunderte hinweg und vereint romanische und gotische Baustile. Besonders rund um den Place Henri IV zeigte sich Vannes von seiner schönsten Seite. Liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser, kleine Galerien, bretonische Spezialitätengeschäfte und hübsche Innenhöfe luden immer wieder zum Stehenbleiben ein. Natürlich konnten auch wir nicht widerstehen und fanden das eine oder andere Mitbringsel für zu Hause.
Anschließend wechselte die Szenerie völlig. Durch die historischen Jardins des Remparts spazierten wir entlang der mächtigen Stadtmauer. Die farbenfrohen Blumenbeete, die mittelalterlichen Türme und die gepflegten Gartenanlagen gehören zu den bekanntesten Fotomotiven der Bretagne. Gleich daneben liegen die historischen Lavoirs, die alten Waschhäuser am Fluss Marle. Bis ins frühe 20. Jahrhundert wuschen hier die Frauen der Stadt gemeinsam ihre Wäsche. Heute strahlt dieser Ort eine fast schon idyllische Ruhe aus.
Von dort führte unser Weg hinunter zum Hafen. Obwohl Vannes einige Kilometer vom offenen Atlantik entfernt liegt, war die Stadt schon im Mittelalter ein bedeutender Handelsplatz. Heute bestimmen Segelyachten, Cafés und Restaurants das Bild der Hafenpromenade. Hier legten wir in einer traditionsreichen Crêperie eine gemütliche Mittagspause ein und ließen uns eine herzhafte bretonische Galette sowie anschließend süße Crêpes schmecken. Während wir das bunte Treiben am Hafen beobachteten, genossen wir das entspannte Flair dieser lebendigen bretonischen Stadt.
Gestärkt schlenderten wir anschließend durch das beeindruckende Porte Saint-Vincent, das repräsentative Stadttor zwischen Hafen und Altstadt. Von hier eröffnet sich einer der schönsten Blicke auf den Hafen und die historischen Gassen. Besonders beeindruckt hat uns, wie harmonisch sich Geschichte und modernes Leben in Vannes verbinden. Überall spürt man die Vergangenheit der ehemaligen Herzogsstadt, gleichzeitig wirkt sie jung, lebendig und ausgesprochen einladend.
Nach gut dreieinhalb Kilometern zu Fuß machten wir uns schließlich wieder auf den Rückweg nach Quiberon. Doch der Tag war noch nicht zu Ende. Auf dem Heimweg legten wir noch einen spontanen Zwischenstopp an unserer inzwischen liebgewonnenen Lieblingsbucht ein. Diesmal zeigte sie sich bei Flut und bot ein völlig anderes Bild als noch bei unseren vorherigen Besuchen. Wo bei Ebbe weite Sandflächen zum Vorschein kamen, brandeten nun die Wellen direkt an die Felsen. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, noch einmal kurz in den angenehm kühlen Atlantik zu springen und uns nach dem Stadtbummel zu erfrischen.
Während wir am Strand saßen, beobachteten wir einige Klippenspringer, die sich aus schwindelerregender Höhe in die tosenden Wellen stürzten. Beeindruckend anzusehen war es allemal, aber auch unglaublich riskant. Uns reichte der Anblick vollkommen, bevor wir schließlich zurück ins Camp fuhren.
Wieder einmal zeigte sich, wie vielfältig die Bretagne ist. Während uns in den vergangenen Tagen raue Steilküsten, einsame Buchten und kleine Fischerdörfer begeistert hatten, präsentierte sich Vannes heute als kulturelles Herz der Region – voller Geschichte, maritimer Atmosphäre und bretonischer Lebensfreude.
Am Abend ließen wir den Tag entspannt auf unserer Terrasse im Camp ausklingen. Noch lange sprachen wir über die vielen Eindrücke dieser wunderschönen Stadt und waren uns schnell einig: Vannes gehört definitiv zu den schönsten Städten unserer Bretagne-Reise und sollte bei einem Urlaub im Morbihan auf keiner Reiseliste fehlen.
Bonne nuit et à demain!
Tag 9 – Mit dem Fahrrad über die Halbinsel Quiberon
Am französischen Nationalfeiertag tauschten wir das Auto gegen unsere Fahrräder. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg, um die Halbinsel Quiberon ganz entspannt auf zwei Rädern zu erkunden. Bella durfte es sich dabei im Fahrradanhänger gemütlich machen und sich während der Fahrt den frischen Fahrtwind um die Nase wehen lassen. Insgesamt legten wir rund 22 Kilometer zurück – ohne Eile, dafür mit vielen kleinen Stopps und jeder Menge bretonischem Flair.
Direkt vom Camp aus ging es zunächst entlang der Ostküste Richtung Norden. Schon nach wenigen Kilometern wird deutlich, warum Quiberon etwas Besonderes ist: Die gesamte Halbinsel ist nur rund 14 Kilometer lang und an ihrer schmalsten Stelle gerade einmal wenige Dutzend Meter breit. Links glitzert die ruhige Bucht von Quiberon, rechts rauscht der offene Atlantik. Kaum irgendwo liegen zwei so unterschiedliche Küstenlandschaften so nah beieinander.
Auf dem Weg fiel uns besonders das kleine Dorf Keraude ins Auge. Zwischen schmalen Gassen reihten sich typische bretonische Granithäuser mit ihren blauen Fensterläden, blühenden Vorgärten und den charakteristischen Schieferdächern aneinander. Genau so stellt man sich ein ursprüngliches bretonisches Dorf vor. Hier schien die Zeit ein wenig langsamer zu vergehen.
Unterwegs radelten wir weiter durch kleine Ortschaften, vorbei an alten Steinmauern und vereinzelten Menhiren – stille Zeugen einer Geschichte, die bis in die Jungsteinzeit zurückreicht. In der gesamten Region finden sich zahlreiche megalithische Spuren, die zeigen, dass Menschen hier bereits vor mehr als 6.000 Jahren siedelten.
Natürlich durfte auch eine kleine Pause nicht fehlen. Im kleinen Dorf Kerhostin entdeckten wir einen gemütlichen Wochenmarkt mit regionalen Produkten und bretonischen Spezialitäten. Bei frisch gebackenen Crêpes legten wir eine entspannte Pause ein, beobachteten das bunte Markttreiben und genossen die typisch bretonische Atmosphäre zwischen den Marktständen.
Unser nächstes Ziel war das Fort Penthièvre, das den schmalen Zugang zur Halbinsel bewacht. Seine Lage ist kein Zufall: Seit dem 18. Jahrhundert sichert die Festung den einzigen Landweg nach Quiberon. Erbaut wurde sie nach einem englischen Angriff auf die Halbinsel im Jahr 1746. Während der Französischen Revolution spielte das Fort eine wichtige Rolle bei der Schlacht von Quiberon im Jahr 1795. Im Zweiten Weltkrieg wurde es Teil des Atlantikwalls und diente als Gefängnis und Hinrichtungsort für französische Widerstandskämpfer. Heute nutzt das französische Militär die Anlage als Ausbildungsstützpunkt. Passend zum 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, war dieser geschichtsträchtige Ort ein besonderer Zwischenstopp.
Auf dem Rückweg legten wir im kleinen Fischerhafen Portivy noch eine Trinkpause ein. In einer typisch bretonischen Hafenbar gönnten wir uns eine kühle Erfrischung und beobachteten das ruhige Treiben zwischen Fischerbooten und Segelyachten. Portivy gilt bis heute als einer der ursprünglichsten Häfen der Halbinsel und versprüht mit seinen Granithäusern und den bunt schaukelnden Booten genau den maritimen Charme, den man sich von der Bretagne erhofft.
Frisch gestärkt ging es weiter an die wilde Atlantikküste. Die Côte Sauvage machte ihrem Namen wieder alle Ehre. Windgeformte Felsen, schäumende Wellen und immer wieder fantastische Ausblicke begleiteten uns auf unserem Weg. Natürlich durfte auch ein Badestopp in unserer inzwischen liebgewonnenen Lieblingsbucht nicht fehlen. Das angenehm kühle Atlantikwasser sorgte für die perfekte Erfrischung, bevor wir die letzten Kilometer zurück ins Camp in Angriff nahmen.
Zurück führte der Radweg durch die weitläufige Heidelandschaft im Inneren der Halbinsel. Zwischen Ginster, Heidekraut und niedrigen Kiefern zeigte sich Quiberon noch einmal von einer ganz anderen Seite. Diese geschützten Naturflächen gehören zu den landschaftlichen Besonderheiten der Halbinsel und bieten zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Abseits der bekannten Küstenstraße entdeckt man hier eine stille, fast ursprüngliche Bretagne, die viele Besucher gar nicht zu Gesicht bekommen.
Nach dieser gemütlichen Fahrradtour waren wir uns einig: Wer Quiberon wirklich kennenlernen möchte, sollte das Auto ruhig einmal stehen lassen. Mit dem Fahrrad entdeckt man die kleinen Details, die man sonst leicht übersieht – versteckte Wege, uralte Steine, charmante Dörfer und immer wieder überraschende Ausblicke auf den Atlantik. Genau diese Mischung aus Natur, Geschichte und bretonischer Gelassenheit macht den besonderen Reiz dieser Halbinsel aus.
Den Abend ließen wir anschließend ganz entspannt im Clubhaus unseres Camps ausklingen. Gemeinsam verfolgten wir das WM-Spiel der französischen Nationalmannschaft und ließen einen rundum gelungenen Urlaubstag gemütlich ausklingen. Einen passenderen Abschluss für den französischen Nationalfeiertag hätten wir uns kaum wünschen können.
Bonne nuit et à demain!
Tag 8 – Zwischen 6.000 Jahre alten Steinen und bretonischem Inselzauber
Die Nacht brachte endlich die ersehnte Wetterwende. Nach kräftigen Gewittern in der Nacht und etwas Regen am frühen Morgen waren die extremen Temperaturen der vergangenen Tage Geschichte. Statt teilweise über 40 Grad zeigte das Thermometer nun wieder hochsommerliche 28 Grad – fast 15 Grad weniger als noch am Vortag. Durch den Regen war die Luft allerdings spürbar schwül, sodass man trotz der angenehmeren Temperaturen schnell ins Schwitzen kam. Trotzdem fühlte sich die Bretagne endlich wieder ein Stück mehr nach Bretagne an.
Am Nachmittag machten sich diesmal nur Grit und ich auf den Weg zu einem kleinen Erkundungsausflug. Lara und Bella hatten keine große Lust auf Sightseeing und genossen lieber einen entspannten Nachmittag in der Lulu Lodge. Also starteten wir zu zweit in Richtung Erdeven, wo eines der ältesten Zeugnisse europäischer Geschichte auf uns wartete.
Unser erstes Ziel waren die Megalithen von Kerzerho. Schon beim ersten Anblick wird klar, warum dieser Ort zu den beeindruckendsten vorgeschichtlichen Stätten Europas zählt. Mehr als 190 gewaltige Menhire stehen hier in langen Reihen mitten in der Landschaft. Sie wurden bereits vor rund 6.000 Jahren, also noch vor den Pyramiden von Gizeh, von den Menschen der Jungsteinzeit errichtet. Bis heute weiß niemand genau, welchem Zweck diese monumentalen Steinreihen dienten. Waren sie Kultstätten, astronomische Kalender oder Versammlungsorte? Gerade dieses ungelöste Rätsel macht ihren besonderen Reiz aus.
Anders als bei den berühmten Steinreihen von Carnac kann man sich den Menhiren von Kerzerho noch frei nähern und zwischen den jahrtausendealten Granitblöcken hindurchlaufen. Zwischen Heide, Farnen und Kiefern fühlt man sich fast ein wenig in eine andere Zeit versetzt. Es ist beeindruckend, wie ruhig dieser geschichtsträchtige Ort trotz seiner enormen Bedeutung wirkt.
Anschließend führte uns der Weg weiter nach Saint-Cado, einem kleinen Juwel mitten im Ria d'Étel. Über eine schmale Steinbrücke gelangt man auf die winzige Insel, die mit ihren alten Natursteinhäusern, blumengeschmückten Gassen und der romanischen Kapelle zu den schönsten Orten der Bretagne zählt. Die Ursprünge der Kapelle reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Einer alten Legende nach soll der Mönch Cadou die Brücke mithilfe des Teufels erbaut haben – eine jener typisch bretonischen Geschichten, die man hier überall hört.
Nur wenige Schritte weiter entdeckten wir eines der wohl bekanntesten Fotomotive der Bretagne: das kleine Maison de Nichtarguer, ein winziges Steinhaus, das scheinbar allein auf einer kleinen Insel mitten im Wasser steht. Kaum ein Kalender oder Reiseführer über die Bretagne kommt ohne dieses Motiv aus.
Zum Abschluss unseres Ausflugs fuhren wir noch nach Étel. Der ehemalige Thunfischereihafen lebt heute vor allem vom Wassersport und Tourismus, hat sich seinen ursprünglichen maritimen Charakter aber bis heute bewahrt. Besonders bekannt ist die Barre d'Étel, eine ständig wandernde Sandbank an der Flussmündung, die seit Jahrhunderten selbst erfahrenen Seeleuten Respekt abverlangt.
Bevor wir die Rückfahrt nach Quiberon antraten, gönnten wir uns an der Hafenpromenade noch einen kleinen Espresso und eine Galette. Anders als die süßen Crêpes wird eine Galette aus herzhaftem Buchweizenmehl gebacken und traditionell mit Käse, Schinken, Ei oder anderen regionalen Zutaten belegt – eine der bekanntesten Spezialitäten der Bretagne.
Am Abend wartete noch ein kulinarischer Höhepunkt auf uns. Im Restaurant Sablé, einem der beliebtesten Restaurants Quiberons direkt an der Côte Sauvage, ließen wir den Tag bei einem hervorragenden französischen Abendessen und einem guten Glas Wein gemütlich ausklingen. Das mehrfach mit dem Travellers' Choice Award ausgezeichnete Restaurant gehört zu den bestbewerteten Adressen der Halbinsel und überzeugt nicht nur mit frischen regionalen Zutaten und kreativer französischer Küche, sondern auch mit seiner entspannten Atmosphäre und dem herrlichen Blick auf den Atlantik. Ein perfekter Ort, um einen erlebnisreichen Urlaubstag stilvoll ausklingen zu lassen.
Bonne nuit et à demain!
Tag 7 – Austern, Atlantik und ein Sonnenuntergang für die Ewigkeit
Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Entschleunigung – und das aus gutem Grund. Die Temperaturen kletterten heute erneut auf über 40 Grad. Für die Bretagne ist das alles andere als normal. Eigentlich sorgen selbst im Hochsommer angenehme 24 bis 26 Grad und eine frische Atlantikbrise für perfektes Urlaubswetter. Doch in diesem Jahr hat die Hitzewelle auch den äußersten Westen Frankreichs fest im Griff. Wind? Fehlanzeige.
Deshalb ließen wir den Vormittag ganz bewusst ruhig angehen. Nach einem gemütlichen Frühstück auf unserer Terrasse wechselten wir nur zwischen Liegestuhl, Pool und Schattenplatz. Bella hatte ihre Morgenrunde bereits hinter sich und machte es genau richtig: Sie verschlief den heißesten Teil des Tages lieber in unserer angenehm klimatisierten Lulu Lodge.
Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg zur Austernfarm Ty Huîtres Dégustation in der Bucht von Quiberon. Die geschützte Bucht gehört zu den wichtigsten Austernanbaugebieten der südlichen Bretagne. Anders als an der rauen Atlantikküste herrschen hier ruhige Gewässer, regelmäßiger Gezeitenwechsel und nährstoffreiches Meerwasser – ideale Bedingungen für die Austernzucht. Überall ragen die typischen Austernbänke aus dem Wasser, die bei Ebbe vollständig freiliegen und das Landschaftsbild prägen.
Natürlich wollten wir die bretonische Spezialität auch selbst probieren. Also bestellten wir gleich drei verschiedene Austernsorten. Die Reaktionen hätten unterschiedlicher kaum sein können. Während Lara bereits nach der ersten Auster deutlich machte, dass Austern wohl nicht zu ihren Lieblingsspeisen gehören und sie lieber möglichst schnell wieder loswerden wollte, schlürfte Mario die Muscheln mit sichtlichem Genuss. Unser gemeinsames Fazit fiel dann aber doch überraschend ähnlich aus: Irgendwie schmeckt es am Ende vor allem nach Salzwasser, einem Spritzer Zitrone und... na ja... irgendetwas Festem dazwischen. Ein Erlebnis war es auf jeden Fall – auch wenn wir vermutlich nicht zu eingefleischten Austernliebhabern werden.
Zur Abkühlung suchten wir uns anschließend wieder einen neuen Strand auf dem Rückweg. Das Meer empfing uns mit angenehm frischen 19 Grad und sorgte zumindest für ein paar Minuten Erleichterung. Lange hielten wir es allerdings selbst am Wasser nicht aus. Über 40 Grad Lufttemperatur waren einfach selbst für uns grenzwertig. Vor allem Grit und Bella litten unter der Hitze, sodass wir den Strandbesuch früher als geplant beendeten und zurück zur Lodge fuhren.
Erst gegen 20 Uhr, als die Sonne langsam tiefer stand, zog es uns noch einmal hinaus. Für den Abend hatten wir uns etwas Besonderes vorgenommen. Mit einem gut gefüllten Picknickkorb machten wir uns auf den Weg zu einer kleinen Bucht unterhalb der Steilküste. Dank der Ebbe konnten wir über den freigelegten Sand bequem hinuntersteigen. Unten erwartete uns eine fast menschenleere Bucht, die an diesem Abend ganz uns allein zu gehören schien.
Mit Blick auf den Atlantik ließen wir uns unser Abendessen schmecken, stießen mit einem kühlen Getränk auf den Urlaub an und beobachteten, wie die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand. Als die Temperaturen endlich etwas erträglicher wurden, konnten wir der Versuchung nicht widerstehen und sprangen noch einmal ins Meer. Ein nächtliches Bad im Atlantik – besser kann ein Sommertag kaum enden.
Bella blieb diesmal allerdings ganz entspannt in der Lodge. Die klimatisierten Räume waren für sie bei dieser außergewöhnlichen Hitze eindeutig der angenehmere Ort. Und als wir gegen 22:30 Uhr zurückkehrten, zeigte das Thermometer tatsächlich noch immer 29 Grad. Für die Bretagne fühlt sich das fast unwirklich an.
In der Nacht sind nun kräftige Gewitter angekündigt, die endlich etwas Abkühlung bringen sollen. Wir würden uns ehrlich gesagt freuen. So traumhaft die Bretagne auch ist – ein bisschen Wind und die sonst so typischen 25 Grad würden ihr im Moment richtig gut stehen.
Bonne nuit et à demain!
Tag 6 – Zwischen Naturparadies, Atlantikküste und bretonischer Lebensart
Samstag, Wochenende. Das machte sich auch auf unserem Campingplatz bemerkbar. Im Laufe des Vormittags trafen immer mehr neue Urlauber ein, die Wege füllten sich und überall herrschte geschäftiges Treiben. Unsere Morgenroutine blieb davon aber unberührt: gemütlich auf der Terrasse frühstücken, anschließend ein paar entspannte Stunden am Pool verbringen und einfach das sommerliche Bretagne-Gefühl genießen.
Während Bella nach ihrer Morgenrunde wieder ein schattiges Plätzchen in der angenehm klimatisierten Lulu Lodge suchte und den Vormittag verschlief, nutzten Lara und ich die Zeit, um gemeinsam noch etwas für ihre anstehende Fahrschul-Theorieprüfung zu lernen. Danach ging es noch einmal zur Abkühlung in den Pool, bevor wir am Nachmittag zu einem weiteren Erkundungstrip aufbrachen.
Unser erstes Ziel war die Pointe du Conguel, die äußerste Landzunge der Halbinsel Quiberon. Hier endet das Festland und man hat das Gefühl, am sprichwörtlichen Ende der Welt angekommen zu sein. Auf der einen Seite liegt die ruhige Bucht von Quiberon, auf der anderen öffnet sich der Blick auf den offenen Atlantik. Direkt vor der Landspitze befindet sich zudem der Eingang zum berühmten Golf von Morbihan, einem der schönsten Naturhäfen Europas. Von den Aussichtspunkten reicht der Blick bis zum Leuchtturm La Teignouse, zu den Inseln Houat und Hoëdic und bei klarer Sicht sogar bis Belle-Île-en-Mer.
Die unter Naturschutz stehende Landzunge lässt sich auf einem einfachen Rundweg erkunden. Zwischen schattigen Kiefern, Dünen, weichem Waldboden und breiten Sandstränden herrschte trotz Hochsaison eine wohltuende Ruhe. Entlang des Weges entdeckten wir außerdem die Überreste alter Goémon-Öfen, in denen früher angeschwemmte Algen verbrannt wurden, um Jod zu gewinnen – ein spannendes Zeugnis der maritimen Geschichte der Bretagne. Statt Menschenmassen begleiteten uns das Rauschen des Meeres, der Duft der Pinien und immer wieder fantastische Ausblicke.
Anschließend fuhren wir entlang der spektakulären Côte Sauvage auf der Westseite der Halbinsel. Eigentlich waren es nur wenige Kilometer, trotzdem brauchten wir deutlich länger als geplant. Hinter fast jeder Kurve wartete der nächste Aussichtspunkt. Immer wieder hielten wir an, liefen ein paar Schritte über die Klippen und versuchten, diese beeindruckende Küstenlandschaft mit ihren schroffen Felsen, tief eingeschnittenen Buchten und der kraftvollen Brandung in Fotos festzuhalten. Genau dieser Kontrast macht Quiberon so besonders: Auf der einen Seite die ruhige, geschützte Bucht und nur wenige Minuten später die wilde Atlantikküste mit ihrer unbändigen Kraft.
Am Abend erwartete uns dann ein ganz besonderes Erlebnis. Im Port Maria fand die Fête de la Sardine statt – ein traditionelles Fest, das vom örtlichen Feuerwehrverein organisiert wird. An langen Biertischen sitzen Einheimische und Urlauber gemeinsam zusammen und genießen das, was die Bretagne kulinarisch ausmacht: gegrillte Sardinen, Muscheln, Fischsuppe, Pommes und natürlich ein Glas Cidre oder Wein. Es ging nicht um schicke Restaurants oder touristische Inszenierung, sondern einfach darum, gemeinsam einen schönen Sommerabend zu verbringen. Authentischer kann man die Bretagne kaum erleben – und das alles zu erstaunlich moderaten Preisen.
Doch der Tag war noch nicht zu Ende. Auf dem Rückweg zum Campingplatz konnten wir der Küste einfach nicht widerstehen und legten noch einen letzten spontanen Stopp ein. Gerade war Ebbe, sodass wir vorsichtig die Steilküste hinunter in eine kleine Bucht kletterten. Unten erwartete uns eine fast magische Stimmung. Die untergehende Sonne tauchte die Felsen in ein warmes, goldenes Licht, während sich das Meer langsam zurückzog und kleine Wasserbecken zwischen den Felsen zurückließ. Es war einer dieser Momente, in denen niemand mehr viel sagte. Man hörte nur das Rauschen der Wellen, spürte die salzige Meeresluft und genoss einfach den Augenblick.
Zurück auf dem Campingplatz waren wir uns schnell einig: Genau solche Tage machen einen Urlaub unvergesslich. Keine großen Attraktionen, kein fester Zeitplan – einfach die Natur genießen, regionale Traditionen erleben und den Tag dort beenden, wo die Bretagne am schönsten ist: direkt am Atlantik.
Bonne nuit et à demain!
Tag 5 – Zwischen Hafenflair und bretonischer Gelassenheit in Auray
Auch heute begann der Tag ganz nach unserem Geschmack: ohne Hektik und ganz entspannt. Nach einem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse unserer Lulu Lodge genossen wir zunächst die Sonne am Pool. Während Bella nach ihrer Morgenrunde ein schattiges Plätzchen in der angenehm klimatisierten Lodge suchte und den Vormittag verschlief, nutzten Lara und ich die Zeit, um gemeinsam für ihre anstehende Fahrschul-Theorieprüfung zu lernen. Danach ging es noch einmal zur Abkühlung in den Pool, bevor wir am Nachmittag zu unserem ersten Ausflug ins Landesinnere aufbrachen.
Nach rund einer halben Stunde Autofahrt erreichten wir Auray, eine der schönsten Kleinstädte der südlichen Bretagne. Die Stadt liegt malerisch am Fluss Loch, nur wenige Kilometer vom Golf von Morbihan entfernt. Besonders reizvoll ist der Kontrast zwischen der lebendigen Oberstadt mit ihren kleinen Geschäften und Cafés und dem historischen Hafenviertel Saint-Goustan, das zu den schönsten Orten der gesamten Bretagne zählt.
Schon beim Bummel durch die Oberstadt wurde klar, warum Auray bei Einheimischen und Urlaubern gleichermaßen beliebt ist. Kleine Boutiquen, bretonische Spezialitätenläden und gemütliche Plätze laden zum Schlendern ein. Von dort führt ein kurzer Weg hinunter nach Saint-Goustan – und plötzlich fühlt man sich mehrere Jahrhunderte zurückversetzt.
Der Hafen war bereits im Mittelalter ein bedeutender Handels- und Fischerhafen der Bretagne. Noch heute prägen liebevoll restaurierte Granit- und Fachwerkhäuser, die alte Steinbrücke und die schmalen Kopfsteinpflastergassen das Bild. Wo früher Handelsschiffe anlegten, schaukeln heute Segelboote und Yachten sanft im Wasser, während Cafés und Restaurants den Kai säumen.
Ein spannendes Detail der Geschichte entdeckten wir ebenfalls: Im Jahr 1776 betrat Benjamin Franklin genau hier französischen Boden. Von Auray aus reiste er weiter nach Versailles, um das Bündnis zwischen Frankreich und den späteren Vereinigten Staaten vorzubereiten – ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur amerikanischen Unabhängigkeit. Noch heute erinnert der Benjamin-Franklin-Kai an dieses Ereignis.
Gerade dieser Mix aus Geschichte, maritimem Flair und bretonischer Gelassenheit macht Auray zu einem ganz besonderen Ort. Man muss hier eigentlich gar nichts Besonderes unternehmen. Es reicht völlig, durch die Gassen zu schlendern, den Booten zuzusehen und das entspannte Leben am Hafen auf sich wirken zu lassen. Genau diese Mischung aus historischem Ambiente und französischer Lebensart hat uns an diesem Nachmittag begeistert.
Auf dem Rückweg nach Quiberon legten wir noch einen spontanen Stopp am Strand ein. Nach dem Stadtbummel in Auray tat die kleine Abkühlung im Atlantik richtig gut. Während wir die Füße ins angenehm kühle Wasser hielten, war Bella kaum noch zu bremsen. Diesmal hatte sie ihre anfängliche Skepsis gegenüber den Wellen längst abgelegt und tobte ausgelassen mit einigen anderen Hunden über den Strand. Es wurde gerannt, gespielt und natürlich zwischendurch immer wieder eine kleine Runde durchs Wasser gedreht. Solche ungeplanten Momente sind oft die schönsten und bleiben besonders lange in Erinnerung.
Am frühen Abend kehrten wir schließlich zurück zu unserer Lulu Lodge. Gemeinsam ließen wir den Tag bei einem leckeren Abendessen auf der Terrasse ausklingen. Danach durfte natürlich unsere inzwischen liebgewonnene Urlaubstradition nicht fehlen: eine Runde HITSTER – Sommerlieder Edition. Zwischen Klassikern, Ohrwürmern und jeder Menge Gelächter wurde noch einmal kräftig mitgesungen, bevor langsam Ruhe auf dem Campingplatz einkehrte.
Wieder ging ein wunderschöner Urlaubstag in der Bretagne zu Ende. Langsam stellt sich der Urlaubsrhythmus ein: morgens entspannt in den Tag starten, nachmittags neue Orte entdecken und den Abend gemeinsam auf der Terrasse ausklingen lassen. Genau deshalb lieben wir das Reisen.
Bonne nuit et à demain!
Tag 4 – Ankommen auf der Halbinsel Quiberon
Heute stand zum ersten Mal kein Wecker und keine lange Autofahrt auf dem Programm. Stattdessen begann der Tag genau so, wie man sich Urlaub in der Bretagne vorstellt: mit einem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse unserer Lulu Lodge. Bei strahlendem Sonnenschein ließen wir den Morgen ganz entspannt angehen, bevor wir es uns anschließend am Pool bequem machten.
Bella hatte ihren Frühsport bereits hinter sich. Nach einer ausgiebigen Morgenrunde über den Campingplatz und durch die umliegenden Dünen war sie sichtlich zufrieden und verschlief die Mittagshitze lieber in unserer angenehm klimatisierten Lodge. Bei Temperaturen von über 35 Grad war das vermutlich die vernünftigste Entscheidung des Tages.
Am frühen Nachmittag machten wir uns schließlich auf den Weg, um die Halbinsel Quiberon etwas näher kennenzulernen. Die rund 14 Kilometer lange Landzunge ragt weit in den Atlantik hinein und bildet den südlichsten Teil der Bretagne. Seit Jahrhunderten leben die Menschen hier vom Fischfang, der Salzgewinnung und natürlich vom Meer. Heute zieht Quiberon vor allem Urlauber an, die die raue Atlantikküste, kleine Häfen und kilometerlange Sandstrände schätzen.
Unser erster Halt war Port Haliguen, der historische Hafen von Quiberon. Ursprünglich war er ein kleiner Fischerhafen, heute liegen hier neben Fischerbooten auch zahlreiche Segelyachten. Trotz des modernen Yachthafens hat sich Port Haliguen seinen maritimen Charme bewahrt. Wir schlenderten gemütlich über den Pier, beobachteten das bunte Treiben auf dem Wasser und genossen die entspannte Atmosphäre zwischen Booten, Cafés und den typisch bretonischen Häusern.
Anschließend zog es uns dorthin, worauf wir uns schon den ganzen Tag gefreut hatten: an den Atlantik. Unser Ziel war der Plage de Port Blanc, einer der schönsten Strände der Halbinsel. Während das Thermometer an Land auf rund 35 Grad kletterte, sorgte das etwa 20 Grad kühle Meer für die perfekte Erfrischung. Sogar einige kleine Wellen rollten an den Strand und luden zum Hineinspringen ein – genau so hatten wir uns unseren ersten Badetag vorgestellt.
Direkt nebenan erhebt sich mit der Arche de Port Blanc eines der bekanntesten Fotomotive Quiberons. Das vom Meer geformte Felsentor zeigt eindrucksvoll, welche Kraft Wind und Wellen über Jahrtausende entwickelt haben. Während die Mädels das Meer genossen, wanderte ich noch ein Stück entlang der zerklüfteten Küstenlinie und konnte mich kaum an den Ausblicken auf die steilen Klippen und den tiefblauen Atlantik sattsehen.
Bella dagegen hatte nach einer etwas kräftigeren Welle ihre ganz eigene Meinung zum Baden. Das Meer war für sie damit erst einmal erledigt. Lieber verzog sie sich unter unseren Strandstuhl, wo der angenehm kühle Sand deutlich verlockender war als die nächste Atlantikwelle.
Nach so viel Sonne durfte natürlich ein Eis nicht fehlen. Deshalb ging es anschließend noch ins Städtchen Quiberon. Der lebhafte Ferienort präsentiert sich deutlich touristischer als viele andere Orte der Bretagne. Zahlreiche kleine Geschäfte, Eisdielen, Restaurants und Souvenirläden prägen das Zentrum. Auch wenn der ursprüngliche bretonische Charakter hier etwas in den Hintergrund tritt, lohnt sich ein Bummel allemal. Besonders entlang der Promenade herrscht eine entspannte Urlaubsatmosphäre, die einfach gute Laune macht.
Zurück auf dem Campingplatz ließen wir den Tag bei einem leckeren Abendessen auf unserer Terrasse gemütlich ausklingen. Als langsam Ruhe einkehrte und die Temperaturen endlich angenehmer wurden, stand um 22 Uhr noch ein wenig Fußball auf dem Programm. Im Beach House lief das Spiel Frankreich gegen Marokko, das wir natürlich - gemeinsam mit vielen anderen Urlaubern nicht verpassen wollten.
Wieder einmal ging ein wunderschöner Urlaubstag zu Ende. Langsam stellt sich der Alltag der Bretagne ein: morgens entspannt in den Tag starten, nachmittags Neues entdecken und den Abend gemeinsam auf der Terrasse oder am Meer ausklingen lassen. Genau deshalb sind wir hier.
Bonne nuit et à demain!
Tag 2 – Vitré: Willkommen in der Bretagne
Nach einem gemütlichen Frühstück in Metz hieß es um 9:00 Uhr wieder: Motor starten und weiter Richtung Westen. Rund 640 Kilometer lagen vor uns, bevor wir am späten Nachmittag unser Tagesziel erreichten: Vitré, eines der sogenannten Tore zur Bretagne. Nach zwei langen Fahrtagen konnten wir es kaum erwarten, endlich bretonischen Boden unter den Füßen zu haben.
Die Fahrt verlief erneut weitgehend entspannt. Lediglich auf der Autobahn rund um Paris wurde der Verkehr deutlich dichter und wir mussten einige zähfließende Abschnitte in Kauf nehmen. Danach lief es aber wieder problemlos. Bella machte ihre gewohnten Pausen, wir genossen die vorbeiziehende Landschaft und mit jedem Kilometer änderte sich auch das Bild vor dem Fenster. Die weiten Felder Lothringens wichen langsam der sanft hügeligen Landschaft der Bretagne. Irgendwann war sie dann da – die Region, auf die wir uns seit Monaten gefreut hatten.
Nach dem Check-in im Hotel ging es natürlich direkt wieder auf Entdeckungstour. Vitré zählt zwar nur rund 18.000 Einwohner, gehört aber zu den schönsten mittelalterlichen Kleinstädten Frankreichs. Die Stadt blieb über Jahrhunderte nahezu unverändert und besitzt eine außergewöhnlich gut erhaltene Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern, engen Kopfsteinpflastergassen und einer imposanten Burganlage. Schon beim ersten Spaziergang versteht man, warum Vitré als eines der schönsten Eingangstore zur Bretagne gilt.
Unsere knapp 3,8 Kilometer lange Komoot-Runde begann im Jardin du Parc, einer liebevoll angelegten Parkanlage direkt unterhalb der Burg. Von dort führte uns der Weg hinauf zum mächtigen Château de Vitré, dessen Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen und das bis heute das Stadtbild prägt. Hinter den dicken Mauern beginnt eine Altstadt wie aus einem Bilderbuch. Verwinkelte Gassen, schiefe Fachwerkhäuser, blumengeschmückte Fassaden und kleine Plätze laden dazu ein, einfach ohne Eile hindurchzuschlendern und immer wieder die Kamera in die Hand zu nehmen.
Vorbei an der beeindruckenden Notre-Dame-Kirche führte unser Rundgang durch die historische Oberstadt, bevor wir einen Abstecher zu den ruhigeren Bereichen unterhalb der Stadtmauer machten. Dort entdeckten wir die ehemalige Waschfrauenwiese und das historische Waschhaus – zwei Orte, die vielen Besuchern verborgen bleiben und einen kleinen Einblick in das Alltagsleben vergangener Jahrhunderte geben.
Den Abschluss unserer Stadtbesichtigung bildete ein gemütliches Abendessen direkt am historischen Marktplatz. Bei typisch französischer Küche ließen wir die Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren und genossen die entspannte Atmosphäre, die Vitré am Abend ausstrahlt. Ein schöneres Willkommen in der Bretagne hätten wir uns kaum wünschen können.
Zurück im Hotel ließen wir den Abend ganz entspannt ausklingen. In der gemütlichen Hotellobby gönnten wir uns noch einen kleinen Absacker, bevor wir auf dem Zimmer die Fotos des Tages sichteten und die Route für den nächsten Morgen überprüften. Die Vorfreude war inzwischen riesig, denn morgen erreichen wir endlich unser eigentliches Urlaubsziel: Quiberon, die wilde Atlantikküste und unsere Lulu Lodge auf dem Camping Sauvage.
Bonne nuit et à demain!
Morgen endet unsere Anreise und der eigentliche Bretagne-Urlaub beginnt. Wir freuen uns auf den Atlantik, die spektakuläre Côte Sauvage und zwei entspannte Wochen am Meer.
Tag 1 // 6. Juli // Anfahrt
Sauvage Quiberon
FindPenguins
Den Trip live verfolgen HIER.


































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































Kommentar schreiben